Spritze statt Diät: Was Sie über Wegovy & Co. unbedingt wissen müssen

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Medikamentöse Spritzen zur Gewichtsreduktion sind in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus gerückt – insbesondere bei Menschen mit starkem Übergewicht. Doch wie funktionieren diese Mittel, wer darf sie bekommen, was kosten sie – und wie sicher sind sie? Hier finden Sie einen Überblick über die aktuelle Situation in Deutschland.


Welche Abnehmspritzen sind zugelassen?

In Deutschland sind derzeit drei Wirkstoffe für Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) zugelassen, sofern kein Diabetes vorliegt:

  • Wegovy (Wirkstoff: Semaglutid)
  • Mounjaro (Wirkstoff: Tirzepatid)
  • Saxenda (Wirkstoff: Liraglutid)

Diese Medikamente reduzieren das Hungergefühl und unterstützen so eine langfristige Gewichtsabnahme.

Wer kann behandelt werden?
Eine ärztliche Verordnung ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich:

  • BMI ab 30 (Adipositas), oder
  • BMI ab 27, plus eine Begleiterkrankung wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörung.
    Auch Kinder ab zwölf Jahren mit starkem Übergewicht (mindestens 60 kg Körpergewicht) kommen unter Umständen infrage.

Kosten und Erstattung

Die Behandlung mit Abnehmspritzen ist teuer – und wird meist nicht von den Krankenkassen übernommen, da es sich um sogenannte Lifestyle-Medikamente handelt.

Preise (Stand 2024):

  • Wegovy: ca. 172 Euro für vier Dosen (niedrigste Stärke)
  • Mounjaro: ca. 260 Euro für vier Dosen (entspricht vier Wochen)
  • Höhere Dosen sind entsprechend teurer

Für viele Menschen ist die Behandlung daher finanziell schwer tragbar. In der Praxis verschreiben manche Ärzte stattdessen das Diabetes-Medikament Ozempic (ebenfalls Semaglutid), da es günstiger ist. Dieses ist in Deutschland allerdings nur für Diabetiker zugelassen – ein sogenannter Off-Label-Use bei Übergewicht ist rechtlich umstritten.

Im Juli 2023 betonte das Bundesinstitut für Arzneimittel erneut: Ozempic ist ausschließlich für die Diabetes-Behandlung zugelassen. Eine Zweckentfremdung kann zudem die Versorgung echter Diabetiker gefährden.


Ist ein Kauf ohne Rezept möglich?

Nein. Wegovy, Mounjaro und Saxenda sind verschreibungspflichtige Arzneimittel. Sie dürfen nur nach ärztlicher Untersuchung und entsprechender Indikation verordnet werden – ein freier Kauf in Apotheken oder online ist nicht erlaubt.


Warnung vor Online-Käufen

Trotz Verbot bieten zahlreiche Internetseiten Abnehmspritzen oder ähnliche Präparate an. Vorsicht ist hier dringend geboten.

Laut Claudia Michael von der Stiftung Warentest handelt es sich bei Online-Angeboten häufig um Fälschungen mit unklarem oder gefährlichem Inhalt. Im schlimmsten Fall können solche Produkte gesundheitsschädlich oder sogar lebensbedrohlich sein.

Beispiel:
2023 warnten Behörden vor gefälschten Ozempic-Pens, die statt Semaglutid Insulin enthielten – mit potenziell schweren Folgen.

Ein weiteres Beispiel ist die sogenannte „Lemonbottle“-Injektionslösung aus Südkorea, die gezielt Fettpolster (z. B. am Kinn) auflösen soll. Dieses Produkt wurde von der Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic verboten – unter anderem, weil Inhaltsstoffe falsch deklariert waren. Auch deutsche Behörden prüfen derzeit ein Verbot.


Fazit

Abnehmspritzen können bei starkem Übergewicht helfen, müssen jedoch ärztlich verordnet werden und sind nicht rezeptfrei erhältlich. Die Behandlung ist teuer und mit möglichen Risiken verbunden. Eigenmächtige Käufe über das Internet sind gefährlich und illegal. Eine fachärztliche Beratung ist daher unerlässlich.


Originalbeitrag: https://www.chip.de/news/Spritze-statt-Diaet-Was-Sie-ueber-Wegovy-und-Co.-unbedingt-wissen-muessen_185525671.html

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